„... und so lebten sie glücklich zusammen bis ans Ende ihrer Tage.“
Wie viele Märchen aus aller Welt enden auf diese Weise! Die Wunschvorstellung vom sich ewig liebenden Paar – seien es Götter, Königskinder oder einfache Bauersleute – scheint tief in den Menschen und Kulturen verankert zu sein.
Leider kann ›zwangsheirat.ch‹ nicht zaubern. Stattdessen verfolgt das mehrjährige Programm klare und realistische Ziele, und zwar kurz- mittel- und langfristige:
An erster Stelle steht die Erarbeitung der fachlichen Grundlagen über das Phänomen Zwangsverheiratung in der Schweiz. Dies geschieht durch einen wechselseitigen Prozess: wissenschaftliches Forschen und die aus den Projektaktivitäten gewonnenen Informationen ergänzen und durchdringen sich gegenseitig. Es geht dabei um Definitionen und das Eruieren von Ursachen, der gesellschaftlichen Bedeutung und des Ausmasses sowie der Formen von Zwangsehen. Auf der Grundlage dieses erarbeiteten Wissens wurden bzw. werden wiederum die laufenden und zukünftigen Projektaktivitäten konzipiert und ständig optimiert.
Zur Sensibilisierung und Aufklärung mit und für Betroffene und Bedrohte, MigrantInnen, Einheimische, Fachpersonen, opinion formers, VertreterInnen von Schulen, Politik, Behörden, Polizei wie auch Institutionen (bspw. Mädchenhäuser, Frauenhäuser und Männerbüros) und andere NGO/NPOs werden verschiedene wissensvermittelnde Projektaktivitäten durchgeführt. Dabei legen wir auch Auswegsmöglichkeiten aus einer Zwangsheirat dar und zeigen präventive Massnahmen auf individueller, familiärer, politischer und gesellschaftlicher Ebene auf.
Wir tauschen uns international und interdisziplinär aus: Wir verfolgen laufend die Entwicklungen im Kontext von Zwangsverheiratungen, analysieren sie und setzen sie gegebenenfalls im Programm um.
Projektmitarbeitende erfahren „Empowerment“, also Ermächtigung, und bilden sich in ihren persönlichen Fähigkeiten weiter. Sie werden gefördert und gefordert, aktiv zu partizipieren und die Zivilgesellschaft auf der Basis der Menschenrechte mitzugestalten.
Emanzipatorische Partizipation von migrantischen Schlüsselpersonen als „opinion formers“, die aktiv dazu beitragen, Einstellungen von traditionell und familialistisch denkenden Migrantenfamilien, die die Menschenwürde verletzen, zu verändern. Die Brisanz des Themas verlangt aber von ihnen ein umsichtiges Konsequenz- und Verantwortungsbewusstsein. Auf der anderen Seite muss die Ernsthaftigkeit dieses Problems auch in der Gesellschaft erkannt werden.
Langfristiges Ziel ist die Chancengleichheit für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Chancengleichheit bedeutet auch, dass alle ihre Zukunft frei gestalten können. Dazu gehören die freie Wahl des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin sowie der Lebensform. Mehr dazu lesen Sie bei
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