Als erstes erarbeitet das wissenschaftliche Begleitteam von ›zwangsheirat.ch‹ einen Lagebericht über Zwangsheiraten in der Schweiz. Als empirisches Datenmaterial dienen qualitativ geführte Interviews mit von Zwangsheirat Betroffenen und mit Fachpersonen verschiedener Schutzeinrichtungen und Beratungsstellen. Daneben fliessen die zahlreichen Informationen aus unserem Materialarchiv in den Bericht ein. Dieser Bericht liefert auch wichtige Hintergrundinformationen für:
a) Vorgehen gegen Zwangsverheiratungen in der Schweiz
b) Migration- und Integrationsdebatte verknüpft mit einem Menschenrechtsdiskurs
c) Grundlagen für weitere Forschungsarbeiten
Bis Ende 2007 erfahren Sie hier mehr über den Lagebericht.
Als zweites nehmen wir uns ab 2008 die quantitative Erfassung von Zwangsheiraten in der Schweiz vor. Bis jetzt liefern nur die wenigsten Schutzeinrichtungen und Beratungsstellen konkrete Angaben über die Anzahl der Fälle. Im Übrigen gründen die in den Medien kursierenden Zahlen zumeist auf Schätzungen, die wissenschaftlichen Standards kaum genügen.
Verlässliche Angaben über das Ausmass der Zwangsheiraten in der Schweiz sind mittels quantitativer Methoden erst nach einer vorgängigen Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zu erwarten, da es ohne eine solche Aufklärungsarbeit bei vielen am Unrechtsbewusstsein fehlt. Die Aufklärungs-, Forschungs- und schliesslich Präventionsarbeiten im Bereich der häuslichen Gewalt dienen hier als Vorbild und Beispiel.
Das ist ein weiterer Grund, weshalb ›zwangsheirat.ch‹ seit anfangs 2006 intensive Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit leistet. Zudem lassen sich erst dann, wenn Ursachen, Zusammenhänge und Abhängigkeiten erforscht sind, auch Annahmen formulieren, die mit standardisierten Erhebungsmethoden überprüft werden können.
Diese Erkenntnisse werden laufend in unsere Projekte eingebaut.