Die Fachstelle Zwangsheirat hat sich als Nichtregierungs- und Nonprofitorganisation in Pionierarbeit auf das Phänomen Zwangsheirat und Zwangsbeziehungen (wie Zwangsehe, Zwangsverlobungen aber auch Liebesverbote) spezialisiert.

Der Trägerverein ist der Verein Migration & Menschenrechte (www.migration.org).

Die Fachstelle Zwangsheirat ist gesamtschweizerisch tätig und fungiert seit April 2015 als überregionales Kompetenzzentrum gegen Zwangsheirat. Zudem verfügen wir über eine internationale Vernetzung mit Institutionen auf der staatlich-behördlichen Ebene, mit NGO’s, zivilgesellschaftlichen AkteurInnen, sowie Fach- und Berufspersonen.

Die Fachstelle Zwangsheirat ist politisch und konfessionell neutral.

Unserem übergeordnetem Ziel, das die freie Wahl des Ehepartners oder der Ehepartnerin für alle in der Schweiz zu verankern, liegen sechs zentrale Säulen unserer Arbeit zugrunde.

  • Beratung von Betroffenen und Coaching für (Berufs-)personen aus ihrer nahen Umgebung
  • Weiterbildung und Information von Fachpersonen sowie VertreterInnen div. Institutionen, Anlaufs- und Beratungsstellen und Behörden
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit (oft als vorgelagerter Schritt zur Ansprache von Betroffenen, resp. von ihrem Umfeld wie Arbeitgebende oder SchulkollegInnen)
  • Vernetzung von mit Zwangsheirat betrauten Stakeholdern
  • Forschung und Begleitung von wissenschaftlichen Arbeiten: das Phänomen wird durch wissenschaftliches Kuratorium eigenständig erörtert, sowie aus der Praxiserfahrung evaluiert, gleichzeitig wird fachliche Unterstützung zu externen Forschungsarbeiten geboten.
  • Publikationen und fach- und themenspezifischer Output für unterschiedliche Zielgruppen

Durch die umfassenden Erfahrungen in Beratung und Coaching konnte ein eigentliches spezifisches und dynamisches Beratungsmodell entwickelt werden, das mittlerweile auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet: zum Beispiel hat die renommierte US-Menschenrechtsorganisation Tahirih unsere spezifisch auf Zwangsheirat zugeschnittenen Beratungskonzepte (RSP-Modell) übernommen, und auch in Kanada orientieren sich Organisationen, die sich gegen Zwangsheiraten einsetzen, an unserem Beratungsmodell. Kern davon sind die Analyse und das individuelle Entwickeln von Bewältigungsstrategien: Im Idealfall mündet die Befreiung aus einer Zwangsbeziehung im schrittweisen Entwickeln von nachhaltigen Lösungen.

Mit unseren Aktivitäten wollen wir die öffentliche Diskussion und Meinungsbildung rund um das Thema Zwangsheirat beeinflussen und mitprägen. Zwangsheiraten kommen in allen Religionen und Regionen vor. Die Fachstelle Zwangsheirat setzt sich dafür ein, dass die Problematik sachdienlich angegangen wird, ohne bestimmte Bevölkerungsgruppen zu verunglimpfen oder die Problematik zu verharmlosen.

Dabei orientieren wir unser Wirken an der Menschenwürde. Denn im transnationalen und transkulturellen Kontext werden unserer Meinung nach allzu oft Wertediskussionen geführt, wo tendenziell Anderes bewertet, abgewertet, entwertet und auch Eigenes überbewertet wird. Die Menschenwürde gemäss Art. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 stellt deshalb aus unserer Sicht eine Basis und Ausgangspunkt für die gemeinsame, fruchtbare Diskussion dar.

Nur mittels gemeinsamer Bemühungen und der Solidarisierung über geografische, religiöse oder ethnische Grenzen hinweg kann die Gesellschaft den problematischen und schädlichen Praktiken von Zwangsverheiratungen eine nachhaltige, menschenrechtswürdige Alternative entgegensetzen – die freie PartnerInnenwahl für alle in der Schweiz.

Auf unserer Website finden Sie vertiefte Informationen zu Begriffen und Definitionen und zu Ursachen.

Wenn Sie sich mit uns gegen Zwangsheiraten in der Schweiz einsetzen wollen oder Sie ein Anliegen oder Frage dazu haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

 

 

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