Kennen Sie eine von Zwangsheirat betroffene Person? Ist Ihre Institution in Kontakt mit potenziell von Zwangsheirat betroffenen Personen? Sprechen Sie in Ihrem Verein, Ihrer Organisation, Ihrer Klasse über Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Migration? Sind Sie am Thema Zwangsheirat interessiert?

Das Team der Fachstelle Zwangsheirat verfügt dank intensiver Auseinandersetzung mit dem Phänomen, internationaler Vernetzung und der Beratung und Begleitung von Betroffenen über fundiertes Wissen zu Zwangsheirat und –ehen im schweizerischen Kontext und darüber hinaus. Dieses Know-how wollen wir gerne in Form von Referaten, Workshops und Weiterbildungen mit Ihnen teilen und entwickeln.

Workshops und Inputreferate

Was hat Zwangsheirat mit Sexualität zu tun? Welche Ursachen liegen einer Zwangsverheiratung zugrunde? Wie läuft eine Beratung und Begleitung einer betroffenen Person ab? Welches sind die Unterschiede zwischen einer Zwangsheirat und einer arrangierten Heirat? Wie sind Religion und Zwang rund um Heirat miteinander verflochten? Solche und andere Fragen behandeln wir in unseren Workshops. Je nach Zielpublikum vertiefen wir relevante Fragestellungen und Teilbereiche und betrachten die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln – beispielsweise thematisieren wir die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in einer Migrationsorganisation, sprechen über sexuelle Selbstbestimmung vor Jugendlichen oder setzen Schwerpunkte in bestimmten fachlichen Bereichen, wenn wir einen Workshop mit Fachpersonen abhalten.

Je nach dem zeitlichen Rahmen bauen wir interaktive Blöcke ein, geben Zeit für Reflexionen alleine und in der Gruppe, und moderieren Diskussionen und Fragerunden.

Während dem Präsentationsinputs und Fachreferate eher weniger Zeit in Anspruch nehmen, dauern unsere Workshops üblicherweise im Minimum 3 Stunden, und sind oft auch halb- manchmal auch ganztägig. Oder im Juni 2017 wurde beispielsweise eine ganze Workshopwoche an der Berufsfachschule Gesundheit Baselland durchgeführt, mit der rund 700 SchülerInnen erreicht werden konnten.

Die Bandbreite von Workshops umfasst Schulworkshops für Jugendliche, mit Asylsuchenden, in Migrationsorganisationen genauso wie solche für ein Fachpublikum aus unterschiedlichen Bereichen. Dies sind beispielsweise Berufspersonen aus der Verwaltung, dem Asylbereich, Migrations-, Gesundheits- oder Sozialbereich.

Ein Inputreferat bietet sich dann an, wenn die zur Verfügung stehende Zeit kürzer ist oder das Anzahl der Teilnehmenden hoch. Der Fokus der Workshops und Inputreferate wird jeweils in Absprache mit den Workshoporganisierenden ausgearbeitet.

Referierende und Workshopleitende

Die Personen, die sich in diesem Bereich engagieren, haben einen guten Einblick in die Thematik, verfügen über vertieftes Wissen und sind daran interessiert, dieses Wissen weiterzugeben. Workshopleitende verfügen ebenfalls über Erfahrung auch in pädagogischer und didaktischer Hinsicht. Die Informationen können ebenso niederschwellig wie auf einem hohen fachlich versierten Niveau vermittelt werden.

Eine beispielhafte Auswahl an Inputs

Die Fachstelle Zwangsheirat führt jährlich bis zu 70 Workshops, Inputreferate und Weiterbildungen durch. Dies in einer grossen Bandbreite von unterschiedlichen Institutionen und Orten wie eine Auswahl zu einigen Monaten im Jahr 2016 zeigt:

März 2016

  • Runder Tisch zu Zwangsheirat, Zürich
  • Vernetzungstreffen Zwangsheirat Baselland und Basel-Stadt
  • Lantana Fachstelle Opferhilfe bei sexueller Gewalt, Bern
  • Basler Staatsanwaltschaft
  • Santé Sexuelle, Sexuelle Gesundheit, Bern
  • Berner Berufsfachschule für medizinische Assistenzberufe

April 2016

  • Sozialhilfe, Basel
  • K5 Sprachschulen Basel-Stadt
  • HES-SO Wallis, Hochschule für Soziale Arbeit in Sierre
  • AOZ Durchgangszentrum Kloster, Winterthur

Oktober 2016

  • Pädagogische Hochschule Luzern, Menschenrechtsbildung
  • Weiterbildung Flüchtlingsbegleitung, Peregrina Stiftung, Sulgen TG
  • Opferhilfe Zürich

November 2016

  • Gemeindeverwaltung Lausen, Baselland
  • Fedpol, Tagung interdisziplinäre Arbeitsgruppen Nichtregierungsorganisationen / Strafverfolgungsbehörden „Kindsmissbrauch“
  • CAS Gender, Justice, Globalisation 2016/2017, Universität Bern
  • Iamaneh Filmvorführungen „Sonita“ und Präsentation für Schulklassen, Basel

Kosten und Finanzierung

Unsere Workshopleitenden erhalten kein Honorar, sondern sind zumeist ehrenamtlich und unbezahlt für die Fachstelle tätig. Sämtliche finanziellen Beiträge fliessen deshalb wieder in unsere Projekte ein. Betreffend der Materialien, die wir Workshopteilnehmenden abgeben und allfällig anfallender Spesen arbeiten wir gerne kostendeckend. Jedoch ist uns die nachhaltige Verankerung des Menschenrechts der freien PartnerInnenwahl das erste Anliegen. Dafür sollen finanzielle Ressourcen nicht primär ausschlaggebend sein.

Wissenschaftliche Publikationen und Dokumentationen

In unseren Workshops, Weiterbildungen aber auch den Guidelines für Fach- und Berufspersonen bieten wir Konzepte, aber keine Rezepte. Die intensive Vertiefung in der Thematik Zwangsheirat ist wichtig, um das Phänomen zu verstehen und Betroffene adäquat begleiten zu können. Hierzu sind unserer Publikationen  unterstützend. Wir geben den Teilnehmenden unserer Weiterbildungen jeweils umfangreiche Materialien ab.

Wenn auch Sie sich für eine Weiterbildung, einen interaktiven Workshop oder ein Inputreferat zu Zwangsheirat und hierzu relevanten Vertiefungen interessiert sind, freuen wir uns auf Ihre Anfrage per E-Mail oder Telefon oder über unser Kontaktformular. Gerne können wir die Inhalte Ihrer Veranstaltung zielgruppengerecht ausarbeiten und mit Ihnen gemeinsam besprechen.

 

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