Eine Endogamie (griech/neulat. Innere Ehe) ist eine Heiratsregelung, wonach die Heiratskandidaten/innen der gleichen Gruppe, Kaste oder Sippe angehören sollen oder müssen. Eine Widersetzung dieser sozialen Norm wird meist mit dem Verlust der Zugehörigkeit bestraft.

Eine bekannte Form der Endogamie ist die Verwandtschaftsehe, wonach die Eheschliessung dann innerhalb der Verwandtschaft erfolgt. Meist werden Cousins und Cousinen miteinander verheiratet. Damit soll verhindert werden, dass Vermögen und Grundbesitz an eine andere Familie übergeht.
Das Gegenteil der Endogamie ist die Exogamie. Die Ehepartner(innen) sollen oder müssen außerhalb der eigenen Zugehörigkeitsgruppe gewählt werden.

Ethnisierung bezeichnet einen Prozess, durch den die ethnische Herkunft in bestimmten Situationen als (die) relevante Kategorie hervorgehoben wird. Dabei wird zwischen Selbst- und Fremdethnisierung unterschieden. Von Selbstethnisierung spricht man, wenn sich Menschen für ihr Tun und ihre Ansichten auf eine bestimmte gemeinsame Herkunft, Geschichte, Sprache sowie andere kulturelle Merkmale berufen. Gestützt werden diese Selbstzuschreibungen durch das Praktizieren von Bräuchen und Ritualen, durch Kleidung, Schmuck etc. sowie durch explizite Aussagen in Gesprächen. Dadurch grenzen sie sich von anderen gesellschaftlichen Gruppierungen ab. und schaffen eine kollektive Identität

Bei der Fremdethnisierung werden Menschen bestimmte Eigenschaften, Verhaltensweisen etc. aufgrund ihrer Herkunft zugeschrieben. Die so identifizierten Individuen werden dadurch als eine gemeinsame ethnische Gruppe definiert. Ethnisierung stellt (vermeintliche) Unterschiede zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den „ethnischen“ Minderheiten her, mit denen auf der einen Seite Ausgrenzungen und ungleiche Chancen begründet werden. Auf der anderen Seite werden damit auch besondere Gruppenrechte aufgrund von angeblichen kulturellen Besonderheiten eingefordert.

Ethnizität ist eine soziale Kategorie, die zur Bestimmung und Unterscheidung von Bevölkerungsgruppen (bzw. Ethnien) dient. Eine ethnische Gruppe wird entlang mehrerer Merkmale definiert. Dazu gehören der Glaube an eine gemeinsame Geschichte beziehungsweise Herkunft, an eine gemeinsame Religion, Kultur, Sprache, gemeinsame Werte, Normen, Traditionen etc. Problematisch an dieser Kategorie ist, dass keine abschliessende Einigkeit darüber besteht, welche Merkmale der Ethnizität zuzuordnen sind. Zudem überwiegt eine starre Vorstellung von Gruppenidentität, die mit den laufenden Entwicklungen, Veränderungen und Vermischungen, die sich im Lauf der Geschichte ergeben, nicht kompatibel ist. Es ist deshalb zumindest in hoch industrialisierten und Migrationsgesellschaften zunehmend fraglich, ob Ethnizität nicht hauptsächlich durch Ethnisierung hergestellt wird.

Darunter ist die religiöse Verheiratung beziehungsweise Trauung in muslimischen Gemeinschaften zu verstehen. Sie besitzt im Gegensatz zur standesamtlichen Trauung keine rechtliche Wirksamkeit. Dennoch ist dieser Brauch für traditionsbewusste muslimische Familien verbindlich. Die Imamehe erfolgt häufig zur Verheiratung von Personen, die das Heiratsalter noch nicht erreicht haben.

Eine Ehe zwischen zwei Partnern aus unterschiedlichen Ländern, die durch die Vermittlung einer Agentur zustande gekommen ist, wird als Katalogehe bezeichnet. Den Interessenten wurden in den Anfängen dieser Praxis Kataloge zugesandt, worin die Frauen abgebildet waren. Nun erfolgt die Auswahl meistens über das Internet, wodurch sich das Verfahren vereinfacht hat. Viele Männer aus reichen Ländern suchen sich auf diesem Wege Ehefrauen aus eher ärmeren Ländern aus.

›Mit ‚Parallelgesellschaften’ wird in der öffentlichen Debatte die Vorstellung von ethnisch homogenen Bevölkerungsgruppen verbunden, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft abschotten‹ (Bundeszentrale für politische Bildung, 2006). Wissenschaftlich präziser ist die Kriterienliste von Thomas Meyer (vgl. Meyer, 2002, 194). Die wichtigsten Merkmale einer Parallelgesellschaft sind ihre kulturelle oder religiöse Einheitlichkeit (Homogenität) sowie ihre fast vollständige soziale, räumliche und ihre teilweise wirtschaftliche Abspaltung von der ‚Mehrheitsgesellschaft’. Dieser Rückzug erfolgt formal freiwillig (d.h. ohne sichtbaren Zwang) und führt zudem zu einer Verdoppelung der wichtigsten Institutionen wie beispielsweise der Schulen, des Gesundheitssystems, der Sozialversicherungen usw.

Literatur:
Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.) (2006). Parallelgesellschaften? Aus Politik und Zeitgeschichte, 1-2, Frankfurt a. M., 2. Meyer, Thomas (2002). Parallelgesellschaft und Demokratie. In: Münkler, H. u.a. (Hg.). Der demokratische Nationalstaat in den Zeiten der Globalisierung. Akademie Verlag: Berlin.

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Polygamie meint Mehrehe oder Vielehe. Das bedeutet, ein Mann ist gleichzeitig mit verschiedenen Frauen verheiratet (Polygynie) oder eine Frau führt mit mehreren Männern eine Ehe (Polyandrie). Die letztere Form kommt jedoch seltener vor.

Als Scheinehe wird eine Ehe bezeichnet, die geschlossen wurde, um einem oder beiden PartnerInnen einen Vorteil zu verschaffen. Gewöhnlich wird von einer Scheinehe gesprochen, wenn es darum geht, mittels Heirat eine legale Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Die EU definiert die Scheinehe ausschliesslich unter diesem Gesichtspunkt.

Eine Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung, denn jeder Mensch hat das Recht, seine/n EhepartnerIn freiwillig und selbstbestimmt zu wählen.

Ist dies nicht der Fall, wird also die Ehe gegen den Willen der Braut oder/und des Bräutigams geschlossen, spricht man von Zwangsheirat.

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